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Deep Learning im Alarm-Management
Rund 600.000 Anrufe, 360.000 manuell zu bearbeitende Alarme und insgesamt 21,5 Mio. Meldungen gehen bei WSH pro Jahr ein. Dabei handelt es sich oft um Falschmeldungen. Dennoch muss jeder Alarm geprüft, jede Videosequenz analysiert werden. Der Sicherheitsexperte WSH hat sich deswegen entschieden, seine bisherige Leitstelle um eine hochmoderne neue Notruf- und Service-Leitstelle mit dem Schwerpunkt Videoaufschaltungen zu erweitern. In Zusammenarbeit mit einem Bremer Software-Experten wurde ein Assistenzsystem entwickelt, das mittels künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning in der Lage ist, eingehende Video-Alarme binnen weniger Sekunden auszuwerten und Falschmeldungen zu identifizieren.

Bild: WSH GmbH

In Zusammenarbeit mit einem Bremer Software-Experten wurde ein Assistenzsystem entwickelt, das mittels künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning in der Lage ist, eingehende Video-Alarme binnen weniger Sekunden auszuwerten und Falschmeldungen zu identifizieren. Im Alltagsbetrieb der Notruf- und Serviceleitstelle wird die Aufmerksamkeit des Personals zu großen Teilen von der Vielzahl der eingehenden Videosequenzen beansprucht. Bei den meisten handelt es sich aber um Falschmeldungen aufgrund von Vegetation und Lichtspiegelungen. Da die WSH für die Zukunft einen verstärkten Einsatz von Videotechnik erwartet, entschied sie sich, die Leitstelle umzubauen und zu erweitern.

KI wertet Sequenzen aus und unterstützt Mitarbeiter

Ein wichtiger Bestandteil der neuen Zentrale ist dabei die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen JAAI entwickelte Software zur Analyse von eingehenden Video-Alarmen. Das Besondere: Das Programm macht sich das Deep-Learning-Prinzip zunutze, das heißt, es verbessert kontinuierlich seine Genauigkeit bei der Auswertung. Hauptvorteil der Software ist, dass sie eingehende Alarmsequenzen automatisch überprüft und mit ihrer Datenbank abgleicht. Liegt eine Falschmeldung vor, wird sie von der Software als solche protokolliert. Ist sich die Software nicht sicher, ob es sich um eine Falschmeldung handelt, wird das Video zur manuellen Prüfung an einen Mitarbeiter weitergeleitet.

Das Programm benötigt zur Analyse nur wenige Sekunden, dadurch können die Alarmmeldungen schneller bearbeitet werden und der Arbeitsaufwand wird drastisch reduziert. Freiwerdende Kapazitäten durch den Einsatz der KI-Software wird die WSH zukünftig für den Bereich der Hotline-Dienstleistungen nutzen. Zum Beispiel können für Errichterbetriebe von Sicherheitstechnik die Bereitschaftszeiten übernommen werden. Damit erweitert die WSH ihr Leistungsportfolio.

Leitstellendesign verbessert

Den Verantwortlichen war bei der Konzeption der Leitstelle sehr wichtig, dass die Mitarbeiter nicht nur durch die Reduktion der Video-Alarme entlastet werden. „Die Arbeitsatmosphäre spielt bei uns eine zentrale Rolle“, betont Petra Martin-Brauchle, Geschäftsführerin von WSH. „Deswegen wollten wir mit der neuen Leitstelle neben dem Einsatz von KI auch wesentliche Verbesserungen im Bereich der Ergonomie und Raumgestaltung vornehmen.“ An die Stelle einer rechteckigen Form tritt daher nun eine kreisförmige Gruppierung um einen zentralen Punkt herum, was zusätzlichen Platz schafft und der Räumlichkeit einen dynamischeren und kommunikativeren Eindruck verleiht. Der Einsatz einer elektronisch gesteuerten Lichtdecke (Nachstellung des Tagesverlaufs) und modernster Klimatisierung tragen ebenfalls ihren Anteil zur Arbeitsatmosphäre bei.

Sowohl die bisherige Notrufleitstelle als auch die Erweiterung sind nach der Europa-Norm DIN EN50518, VdS3137 und VdS3138 zertifiziert. „Um den hohen Sicherheitsanforderungen der EU-Norm gerecht zu werden, wie beispielsweise kein Einblick von außen nach innen, und den Mitarbeitern trotzdem einen Außeneindruck zu vermitteln, haben wir drei große Videomonitore als Fensterersatz eingebaut“, berichtet Martin-Brauchle.

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