- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: min
DFKI forscht an Testplattform für RISC-V-Software

Sep 2, 2019 | Newsarchiv

Um noch vor der Fertigung eines RISC-V-Chips Software für den Prozessor schreiben und testen zu können, arbeitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der neuen Verifikationsplattform VerSys. Davon sollen neben der Industrie vor allem Startups profitieren. Ob Smart Homes oder Smartphones, selbstfahrende Autos oder die vernetzte Fertigung – all diese Zukunftstechnologien benötigen Computerchips zur Steuerung. Die Systeme auf diesen Chips werden zumeist als ‚System on Chip (SoC)‘ geschlossen entwickelt und vertrieben.

Dabei gewinnen neben offener Software wie dem Betriebssystem Linux auch Open-Source-Architekturen für Hardware an Popularität. Zum Beispiel RISC-V-Prozessoren (Reduced Instruction Set Computer), die mithilfe einer Open-Source-Lizenz frei entworfen, hergestellt und vertrieben werden können.

Software schreiben vor Verfügbarkeit

Die offene Befehlssatz-Architektur RISC-V kostet keine Patentgebühren und bietet ein hohes Maß an Standardisierung, Erweiterbarkeit und Herstellerunabhängigkeit. Dadurch gelten die Prozessoren als besonders zukunftssicher.

Um Software für solche Chips schreiben zu können, ohne auf die Produktion warten zu müssen, hat der DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Drechsler zum 1. August 2019 das Projekt VerSys gestartet. Entstehen soll eine offene Verifikationsplattform, auf der Software mithilfe eines virtuellen RISC-V-Chips getestet werden kann. Das Projekt VerSys wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert.

Software-Entwicklung beschleunigen

Die Verifikation von Software durch virtuelle Prototypen für Computerchips ist Standard in der Industrie. Für RISC-V fehlt dieser Prototyp allerdings bisher. Genau hier soll das Projekt VerSys (kurz für ‚Konsistente Verifikationsplattform zur frühzeitigen Softwareentwicklung für RISC-V-basierte Systeme‘) helfen.

Das Ziel ist eine quelloffene Verifikationsplattform, die skalierbar, modular und korrekt ist und zudem leicht an die Anforderungen der Nutzer angepasst werden kann. Die Plattform soll im Anschluss mithilfe von Industriepartnern weiterentwickelt und industriell einsetzbar gemacht werden.

Am Ende der Projektlaufzeit von drei Jahren erhofft sich der DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems ein Ökosystem aus kleineren Firmen, das sich um die Plattform herum entwickelt und verschiedene Dienste anbietet.

Frühzeitige Verifikation

Zu den Einsatzbereichen von RISC-V-Chips und der entsprechenden Software zählen neben der Automobil-, Kommunikations- und Produktionsbranche auch Smart Homes und das Internet der Dinge. Der Bedarf der geplanten Verifikationsplattform zum frühzeitigen Softwaretest zeigt sich nach Angaben des Forschungsinstitutes bereits durch reges Interesse der Industrie. Auch Startups könnten mithilfe von VerSys ihre Softwareentwicklung schneller, unabhängiger und mit einem geringeren Risiko vorantreiben.

Die Hardware-Architektur RISC-V wurde 2010 an der Universität von Kalifornien in Berkley, USA, entwickelt und eingeführt. Für die Etablierung und Veröffentlichung der Software-Standards wurde mit der RISC-V Foundation ein eigenes Konsortium gegründet, dessen Mitgliedschaft der DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems im Rahmen des Projektes VerSys anstrebt.

Autor:
Firma:
- Anzeige -

News

- Anzeige -

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

Wie KI in der Krise Wirtschaftsleistung unterstützen kann

Künstliche Intelligenz hat einen großen Einfluss auf die Zeit in der Corona-Krise, aber auch nach der Krise ist sie sehr hilfreich. Claudia Bünte ist Expertin auf dem Gebiet der KI und Professorin für ‚International Business Administration‘ mit Schwerpunkt Marketing an der SRH in Berlin. 2016 gründete sie die Marketingberatung ‚Kaiserscholle – Center of Marketing Excellence‘ und berät Top-Manager in Kernfragen der Markenführung und des Marketings.

mehr lesen

Digitalisierung und künstliche Intelligenz optimieren Prozessanlagen

Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) eröffnen auch in der Prozessautomatisierung Perspektiven für Einsparungen in allen Phasen des Lebenszyklus einer Anlage. Schon verfügbar ist ein digitales Feldgerät, das Festo Motion Terminal VTEM. Auch Dashboards von Festo visualisieren Anlagenzustände und selbst künstliche Intelligenz ist in der Prozessautomatisierung keine ferne Zukunftsmusik mehr.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz gezielt in der Wertschöpfung einsetzen

Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher produzierender Unternehmen hängt heute mehr denn je von der Fähig-keit ab, komplexen Herausforderungen wie volatilen Märkten effektiv zu begegnen. Insbesondere im industri-ellen Kontext ergeben sich durch eine stetig wachsende Datenverfügbarkeit sowie verbesserte Analysemög-lichkeiten erhebliche Potenziale: „Artificial Intelligence“ (AI), zu Deutsch „Künstliche Intelligenz“ (KI), ermög-licht die Verarbeitung großer Datenmengen und kann dabei helfen, Prognosen abzuleiten und die Entschei-dungsfindung zu erleichtern. Um diese Potenziale abrufen zu können, müssen Unternehmen befähigt wer-den, Künstliche Intelligenz in der Wertschöpfung gezielt einzusetzen.

mehr lesen

Quantensprung für die künstliche Intelligenz

Quantencomputer werden die künstliche Intelligenz und das Maschinelle Lernen tiefgreifend verändern und völlig neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen. In einer Studie erläutern Experten der Fraunhofer-Allianz Big Data und künstliche Intelligenz gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern, wie Quantencomputer Verfahren des Maschinellen Lernens beschleunigen können und welche Potenziale ihr Einsatz in Industrie und Gesellschaft mit sich bringen wird. Die Studie stellt grundlegende Konzepte und Technologien des Quantencomputings vor, analysiert die aktuelle Forschungs- und Kompetenzlandschaft und zeigt Marktpotenziale auf.

mehr lesen

KI-Studie 2020: Das Fremdeln des Top-Managements mit KI

Künstliche Intelligenz ist eine wichtige Technologie, von der sich Unternehmen handfeste Wettbewerbsvorteile versprechen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters Adesso unter Führungskräften. Konkrete Projekte haben allerdings bislang nur wenige Firmen umgesetzt. Besonders zurückhaltend zeigt sich bei dem Thema das Top-Management.

mehr lesen

Schutz der Privatsphäre und KI in Kommunikationssystemen

Alle zwei Jahre vergeben der VDE, die Deutsche Telekom sowie die Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr geht er an Prof. Dr.-Ing. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen und an Dr.-Ing. Jakob Hoydis von den Nokia Bell Labs in Nozay, Frankreich. Die beiden Preisträger teilen sich die Auszeichnung und damit das Preisgeld.

Infor bringt Infor Coleman AI auf den Markt

Infor, Anbieter von branchenspezifischer Business-Software für die Cloud, hat bekanntgegeben, dass die Plattform Infor Coleman AI für Embedded-Machine-Learning-Modelle ab sofort verfügbar ist. Sie bietet die Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Personalisierung, die Unternehmen benötigen, um KI vollständig zu operationalisieren.