KI-gestützte Roboterlösungen für eine neue Evolutionsstufe der Automation
Mit KI zu Next-Level-Cobots
Automatisierte Fertigungsprozesse gehören heutzutage in vielen Industriebereichen zum Goldstandard. Kollaborative auf KI gestützte Roboterlösungen sollen aber schon bald eine neue Evolutionsstufe der Automation einläuten. Die Technik dafür steht bereits in den Startlöchern.
Der erste drehmoment-gesteuerte Roboterarm von Agile Robots verfügt über smarte Software, um eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu ermöglichen.
Der erste drehmoment-gesteuerte Roboterarm von Agile Robots verfügt über smarte Software, um eine sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu ermöglichen.Bild: Agile Robots AG

Keine Frage: Bei Cobots handelt es sich noch um eine recht junge Entwicklung. Diese nimmt aber seit Jahren stetig an Fahrt auf. Die Ergebnisse sind mehr als vielversprechend. Denn die Vorteile von kollaborativen und KI-gestützten Roboterlösungen im Vergleich zu den klassischen, schweren Produktionsrobotern in automatisierten Fertigungsprozessen liegen auf der Hand. Sie sind kleiner, einfacher in bestehende Produktionsanlagen integrierbar und relativ preiswert. Die Vision von Mensch und Roboter, die Hand in Hand arbeiten, ist bereits Realität und sicher bald der neue Goldstandard.

Dem Mensch das Gehirn, dem Cobot die KI

Input jeglicher Art, der auf den Menschen einprasselt, verarbeitet das Gehirn. Es sortiert aus und ordnet das Wahrgenommene in Kategorien ein – vereinfacht dargestellt. Die KI in künftigen Cobots macht das Gleiche. Die Grundlage dafür bilden neuronale Netze. Sie sind der Struktur des menschlichen Gehirns nachempfunden und lernen, sich selbstständig weiterzuentwickeln – zum Beispiel nach Trainingsphasen oder während der eigentlichen Anwendungsphase. Machine-Learning-Algorithmen ermöglichen dieses autonome Lernen.

Essenziell für einen schnellen Lernprozess der KI ist die Verfügbarkeit von vielen Daten. Während sich der Mensch heutzutage von der Flut an Input erschlagen fühlt, benötigt die KI so viel, wie möglich. Mehr ist in diesem Fall immer besser. Denn die KI strukturiert die Flut an Daten, ordnet sie in wiederkehrende Muster ein und wandelt sie in handlungsrelevante Informationen um. Die Daten dienen dem Roboter dann als Entscheidungsgrundlage für weitere auszuführende Aktionen. Darauf folgt schließlich die Interaktion der Cobots mit ihrer Umwelt und damit auch den Menschen.

Bild: Agile Robots AG

KI macht Cobots kollaborativ

Cobots sind in manchen Industriebranchen bereits angekommen – zum Beispiel in der Produktion von Elektronikgeräten oder in der Automobilindustrie. Bis dato verrichten sie dort aber einfache Arbeiten, z.B. Pick&Place-Aufgaben. Sie übernehmen monotone, ermüdende oder gar gefährliche Arbeiten. Der Mensch kann sich auf ungefährliche bzw. anspruchsvolle Tätigkeiten konzentrieren. Die Kosten für Cobots, die bereits auf dem Markt erhältlich sind starten übrigens bei einem Stückpreis von aktuell ungefähr 20.000 Euro und sind auch in der Wartung relativ günstig. Durchschnittlich kann sich eine Investition bereits nach wenigen Jahren auszahlen.

Dass Cobots bis dato eher nur einfache Aufgaben übernehmen, liegt schlicht an der noch nicht ausgereiften KI. Die aktuelle Generation von Cobots muss nämlich für jede neue Aufgabe neu programmiert werden. Ideal wäre es, wenn Cobots sich frei bewegten, mit der Zeit selbstständig lernten und Aufgaben autonom übernähmen. Sie verrichteten also komplexere Arbeiten. Dieses Ideal ist aber bereits in greifbarer Nähe. Marktreife kollaborative auf KI-gestützte Roboterlösungen werden noch in diesem Jahr erscheinen – dank ausgereifter Algorithmen und moderner Sensorentechnik.

Kombination aus KI und Sensorik

Damit Cobots selbstständig in ihrer Umwelt agieren und reagieren, benötigen sie neben einer ausgereiften KI verschiedene Sensoren. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kraft/Momenten-Sensoren. Diese messen in wenigen Millisekunden und präzise unterschiedliche Kräfte – z.B. beim Greifen des Cobot-Arms nach einem Elektronikbauteil. Cobots erlernen so gesehen das Fühlen und Ertasten. Das ermöglicht nicht nur den Umgang mit empfindlichen Bauteilen. Die Kraft/Momenten-Sensoren sind auch die Grundlage für eine sichere Mensch/Roboter-Kollaboration. Ein konkretes Beispiel für die Feinfühligkeit von solchen Cobots: Sie können problemlos ein Ei greifen, ohne es zu beschädigen.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Anzeige

Anzeige

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Abat AG
Bild: Abat AG
Forschungskooperation verlängert

Forschungskooperation verlängert

Bild: Abat AG Voneinander und miteinander lernen, gemeinsam an innovativen Ideen für den Markt innerhalb von Forschungskooperationen tätig sein - seit mehreren Jahren schon besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bremer Abat AG und der Uni Oldenburg (Abteilung...

Image: Xilinx Inc.
Image: Xilinx Inc.
Adaptive AI Vision

Adaptive AI Vision

Image: Xilinx Inc. Die Kria SOMs ermöglichen den schnellen Einsatz durch Bereitstellung einer End-to-End Lösung auf Board-Ebene mit vorkonfiguriertem Software Stack. Das Kria K26 SOM basiert auf der Zynq UltraScale+ MPSoC Architektur, die einen Quad-Core Arm Cortex...