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Nov 14, 2019 | Zahlenfutter

Produktivität steigern durch Chatbots
Der Einsatz von intelligenten Computersystemen ist in allen Branchen denkbar. In Deutschland dürfte der Einsatz von KI vor allem das Gesundheitswesen stark verändern.

Produktivität steigern durch Chatbots

Bild: PricewaterhouseCoopers

Der Einsatz von intelligenten Computersystemen ist in allen Branchen denkbar. In Deutschland dürfte der Einsatz von KI vor allem das Gesundheitswesen stark verändern.


Marktforscher gehen davon aus, dass der Markt für KI-Anwendungen mehrere Hundert Milliarden Dollar beträgt – jährlich. So kam die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) 2018 in der Studie „Auswirkungen der Nutzung von künstlicher Intelligenz in Deutschland“ zu dem Schluss, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch Einsatz von KI und Automatisierung bis 2030 um fast 14 Prozent steigen könnte, in Deutschland um rund 11 Prozent – dies wäre ein Plus von 430 Milliarden Euro.

Das BIP im Gesundheits- und Bildungswesen, im öffentlichen Sektor und in der Kunst dürfte durch den Einsatz von KI und durch Automatisierung bis 2030 um 28 Prozent zulegen. Dies liegt daran, dass diese Branchen besonders beschäftigungsintensiv sind. Sie dürften besonders hohe Produktivitätssteigerungen erzielen, was vor allem auf das große finanzielle KI-Engagement im Segment Gesundheit zurückgeführt wird.

Chatbots als Gesundheitslotsen

In Deutschland dürften vor allem gesetzlich Versicherte demnächst verstärkt mit Algorithmen zu tun haben: Die Kassenärztliche Vereinigung will bis Ende 2020 ihre Ärzte-App so weit erweitern, dass Patienten Termine vereinbaren können und per Spracheingabe über aktuelle Befindlichkeitsstörungen reden können. Der Chatbot wird dem Patienten allerdings keine Diagnose stellen, sondern vorschlagen, was man am besten tun sollte, etwa zum Arzt gehen oder die nächste Apotheke aufsuchen.

KI könnte auch einzelne Ärztegruppen wie Radiologen entlasten, von denen es bundesweit zu wenige gibt. Mithilfe von KI lässt sich beispielsweise die Zahl der täglich durchgeführten Untersuchungen steigern. Auch in der Forschung wird schon heute KI eingesetzt, um Wirkstoffe zu testen. Wofür in der Arzneimittelforschung früher ein halber Tag gebraucht wurde, benötigt die neue Technologie nur eine halbe Stunde. Im Operationssaal hält KI ebenfalls Einzug: In der Uniklinik in Hamburg-Eppendorf beispielsweise werden mittlerweile vier Operationsroboter bei der Entfernung von Prostata-Tumoren eingesetzt.

www.iwkoeln.de
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.

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KI-Vorreiter führen ihre KI-Initiativen trotz Corona unbeirrt fort

Unternehmen, die beim Thema künstliche Intelligenz (KI) führend sind, zeigen sich von der Corona-Pandemie unbeeindruckt: 78 Prozent der KI-Vorreiter unter den Unternehmen führen ihre KI-Initiativen wie vor der Pandemie fort, 21 Prozent haben deren Umsetzung sogar beschleunigt. Unter den Unternehmen, die KI noch nicht skalierbar einsetzen, fahren hingegen 43 Prozent ihrer Investitionen zurück und 16 Prozent haben ihre KI-Initiativen eingestellt. In Deutschland haben 44 Prozent der Unternehmen keine Änderungen vorgenommen, 8 Prozent die Geschwindigkeit erhöht und 19 Prozent ihre Initiativen aufgrund der unsicheren Lage eingestellt. Weiterhin verzeichnen Unternehmen mit skalierbaren KI-Anwendungen messbare Erfolge bei der Absatzsteigerung und der Reduzierung von Sicherheitsrisiken und Kundenbeschwerden. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die Studie ‚The AI Powered Enterprise: Unlocking the potential of AI at scale‘, für die 950 Unternehmen aus elf Ländern und elf Branchen befragt wurden.

Studie von VDE und Bertelsmann Stiftung: KI-Ethik messbar machen

In einer neuen Studie zeigen die Technologieorganisation VDE und die Bertelsmann Stiftung, wie sich Ethikprinzipien für künstliche Intelligenz (KI) in die Praxis bringen lassen. Zwar gibt es eine Vielzahl an Initiativen, die ethische Richtlinien für die Gestaltung von KI veröffentlicht haben, allerdings bis dato kaum Lösungen für deren praktische Umsetzung. Genau hier setzt der VDE als Initiator und Leiter der ‚AI Ethics Impact Group‘ gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung an.

Künstliche Intelligenz braucht Fachkräfte

Fast sechs Prozent der Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2019 künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Diese Unternehmen gaben rund 4,8 Milliarden Euro im Bereich KI aus und beschäftigten 139.000 Personen ganz oder teilweise mit KI-Tätigkeiten. Jedoch fehlt es an geeignetem Personal: Fast jede zweite offene KI-Stelle konnte im vergangenen Jahr nur unzureichend oder überhaupt nicht besetzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

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