Mint-Studium und Berufserfahrung besonders gefragt bei deutschen KI-Arbeitgebern

Wer im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) arbeiten möchte, sollte vielseitig einsetzbare Fähigkeiten aus Mint-Fachrichtungen wie Informatik, Mathematik oder Wirtschaftsinformatik mitbringen. Auch mehrjährige Berufserfahrung gehört zu den arbeitgeberseitig nachgefragten Kompetenzen für den Bereich künstliche Intelligenz. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Anteil der KI-Stellenanzeigen, die diese Berufserfahrung voraussetzen, an den 5.730 KI-Stellenanzeigen, in denen mindestens eine Angabe zur Berufserfahrung erkannt wird, im ersten Quartal 2020 in Prozent, Mehrfachnennungen
Anteil der KI-Stellenanzeigen, die diese Berufserfahrung voraussetzen, an den 5.730 KI-Stellenanzeigen, in denen mindestens eine Angabe zur Berufserfahrung erkannt wird, im ersten Quartal 2020 in Prozent, MehrfachnennungenBild: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, eigene Berechnung auf Basis von Textkernel-Daten, 2020

Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle in den einzelnen Unternehmen und für die deutsche Wirtschaft insgesamt. Sie verändert auch Berufsbilder und gefragte Kompetenzen. Deshalb sollten sich Fachkräfte für KI bewusst machen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen sie für ein erfolgreiches Berufsleben mitbringen müssen. Die Studie liefert hierzu wichtige Erkenntnisse.“

Die Studie wertet knapp 11.000 Stellenanzeigen in KI-relevanten Berufen aus. Sie analysiert, nach welchen Kompetenzen die Unternehmen in veränderten oder neu entstehenden Berufsbildern gefragt haben und verwendet bei der Analyse selbst KI- Techniken. Dabei konzentriert sich die Untersuchung auf das erste Quartal 2020.

Aus Unternehmenssicht sind KI-Kompetenzen häufig mit einem Studienabschluss oder einer Berufsausbildung verbunden. Nur in rund einem Drittel aller KI- Stellenanzeigen wird keine Angabe zu einem bestimmten Abschluss gemacht. Wird in den Stellenanzeigen ein Abschluss gefordert, ist in 96 Prozent der Fälle ein Studium erwünscht. Gefragt sind datenaffine Mint-Fachrichtungen wie Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik und – mit Abstrichen – sonstige Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Inhaltlich wünschen sich Unternehmen in der Regel mindestens eine Fähigkeit. Darunter fallen unter anderem das Verständnis von technischen KI-Konzepten wie Machine Learning (31 Prozent) oder Big Data (25 Prozent). Auch Kenntnisse von Programmiersprachen wie Python (35 Prozent) oder SQL (25 Prozent) sind gefragt.

Die Analyse der KI-Bedarfe der Wirtschaft wird in den kommenden Jahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten fortgeführt. Die nächsten Ergebnisse werden im Frühjahr 2022 vorliegen.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
www.bmwi.de

Weitere Charts

Bild: Adesso SE
Bild: Adesso SE
KI-Studie 2020: Das Fremdeln des Top-Managements mit KI

KI-Studie 2020: Das Fremdeln des Top-Managements mit KI

Künstliche Intelligenz ist eine wichtige Technologie, von der sich Unternehmen handfeste Wettbewerbsvorteile versprechen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters Adesso unter Führungskräften. Konkrete Projekte haben allerdings bislang nur wenige Firmen umgesetzt. Besonders zurückhaltend zeigt sich bei dem Thema das Top-Management.

Bild: Capgemini Germany
Bild: Capgemini Germany
KI-Vorreiter führen ihre KI-Initiativen trotz Corona unbeirrt fort

KI-Vorreiter führen ihre KI-Initiativen trotz Corona unbeirrt fort

Unternehmen, die beim Thema künstliche Intelligenz (KI) führend sind, zeigen sich von der Corona-Pandemie unbeeindruckt: 78 Prozent der KI-Vorreiter unter den Unternehmen führen ihre KI-Initiativen wie vor der Pandemie fort, 21 Prozent haben deren Umsetzung sogar beschleunigt. Unter den Unternehmen, die KI noch nicht skalierbar einsetzen, fahren hingegen 43 Prozent ihrer Investitionen zurück und 16 Prozent haben ihre KI-Initiativen eingestellt. In Deutschland haben 44 Prozent der Unternehmen keine Änderungen vorgenommen, 8 Prozent die Geschwindigkeit erhöht und 19 Prozent ihre Initiativen aufgrund der unsicheren Lage eingestellt. Weiterhin verzeichnen Unternehmen mit skalierbaren KI-Anwendungen messbare Erfolge bei der Absatzsteigerung und der Reduzierung von Sicherheitsrisiken und Kundenbeschwerden. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die Studie ‚The AI Powered Enterprise: Unlocking the potential of AI at scale‘, für die 950 Unternehmen aus elf Ländern und elf Branchen befragt wurden.

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: FedEx
Bild: FedEx
33Mio.USD für Plus One Robotics

33Mio.USD für Plus One Robotics

Bild: FedEx Plus One Robotics, Entwickler von Bildverarbeitungssoftware für Logistikroboter, hat eine Serie-B-Finanzierung in Höhe von 33 Millionen US-Dollar erhalten. Die Finanzierung unterstützt die weitere Expansion in den USA und Europa sowie die weitere...