Neue Technologien am Arbeitsplatz
Junge Mitarbeiter wünschen sich Transparenz
Werden neue Technologien wie beispielsweise künstliche Intelligenz Teil des Arbeistalltages wünscht sich ein Großteil der unter 31-Jährigen, darüber informiert zu werden. Dies geht aus einer Studie des IT-Security-Anbieters Kaspersky hervor. Auch ein menschliches Antlitz könnte laut Studie für mehr Akzeptanz sorgen.
Bild: Kaspersky Labs GmbH

Die offene Aufklärung über den Einsatz neuer Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) könnte die Akzeptanz dafür unter den Mitarbeitern verstärkten. Dies geht aus einer Kaspersky-Studie hervor. Befragt wurden Bundesbürger im Alter zwischen 16 bis 30 Jahren zur Wahrnehmung und Einstellung bezüglich eines zunehmenden Einsatzes von KI im Berufsleben. 49 Prozent der Befragten ist der Auffassung, dass Firmen Mitarbeiter über bereits eingesetzte und geplante KI-Systeme ausreichend informieren sollten. Zudem könnte sich laut Studie die Investition in ein menschliches Antlitz der eingesetzten KI lohnen: 34 Prozent der Befragten glaubt, dies würde die Akzeptanz bei Mitarbeitern deutlich steigern.

„Um die Potenziale intelligenter Systeme wirklich für sich nutzen zu können, müssen Unternehmen sich darauf verlassen können, dass ihre Beschäftigten ein hohes Maß an Engagement aufweisen“, kommentiert der Arbeits- und Organisationswissenschaftler Dr. Max Neufeind. „Dieses Engagement wird zu großen Teilen davon bestimmt, ob Beschäftigte das Gefühl haben, ehrlich über die Folgen des Einsatzes von intelligenten Systemen informiert worden zu sein.“ Wer den Einsatz intelligenter Systeme nicht durch systematische Aufklärung begleite, handele äußerst kurzsichtig, so Neufeind. Zentral sei dabei, in welchem Verhältnis Menschen und intelligente Systeme zueinander stehen.

Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH & Nordics bei Kaspersky ergänzt: „Bei denjenigen, die KI als Wunschvorstellung für ein besseres Leben sehen, ist knapp die Hälfte (45 Prozent) der Ansicht, KI brauche ein menschliches Gesicht, um akzeptiert zu werden. Auch ein Drittel (33 Prozent) der Befragten, die im zunehmenden Einsatz von KI eher ein Horrorszenario wähnen, bestätigen diese These.“

KI als Horrorszenario

Für 19 Prozent der in Deutschland befragten Studienteilnehmer ist ein Leben mit KI grundsätzlich gleichbedeutend mit einem Horrorszenario. 32 Prozent hingegen empfinden es als Wunschvorstellung für ein besseres Leben. 38 Prozent verhalten sich bei dieser Aussage neutral. Die Meinung zu diesem Thema hat sich dabei innerhalb der befragten Altersgruppe gewandelt. So empfanden Anfang des vergangen Jahres sieben Prozent der Befragten ein Leben mit KI als Horrorszenario und 43 Prozent als Wunschvorstellung. Grundsätzlich sprechen sich 77 Prozent für die Unterstützung von KI in ihrem Leben allgemein aus, wobei anteilig KI-Support eher im beruflichen (57 Prozent) als im privaten Bereich (47 Prozent) gewünscht ist.

Regulierung beim Einsatz

Wenn es um die Weiterentwicklung, den Einsatz und die Regulierung künstlicher Intelligenz geht, sehen 46 Prozent der Befragten die Regierungsverantwortlichen in der Pflicht. Unter der Altersgruppe der Millenials vertreten 52 Prozent diese Meinung. Ein Viertel (24 Prozent) der jungen Bundesbürger steht dieser Aussage neutral gegenüber und 16 Prozent finden nicht, dass dies Politikern obliege. Laut Studie hat es dabei offenbar weniger Relevanz, ob die Umfrageteilnehmer von einem vermehrten Einsatz künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag eher überzeugt sind oder sich davor scheuen: Unter denjenigen, die KI als Horrorszenario für die Zukunft sehen, sind 51 Prozent der Auffassung, die Regierung müsse die Entwicklung von KI im Auge behalten und regulieren. Diejenigen, die KI als Wunschvorstellung für ein besseres Leben sehen, stimmen hier mit 47 Prozent zu.

Positiver Einfluss

Insgesamt sehen viele junge Bundesbürger eine durch neue Technologien ergänzte berufliche Zukunft positiv. Etwa die Hälfte (45 Prozent) der Befragten zeigt sich offen für Innovationen und und die damit einhergehende Optimierung der eigenen digitalen Fähigkeiten. Dabei gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während sich knapp die Hälfte der befragten Männer (49 Prozent) über die Aneignung neuer digitaler Skills freut, sind Frauen mit einem Anteil von 41 Prozent etwas zurückhaltender. Unter den Millenials (Jahrgänge 1980 bis 1993) ist die Offenheit Neuem gegenüber am größten. 51 Prozent der Befragten aus dieser Generation freuen sich darauf, die eigenen digitalen Fähigkeiten zu verbessern und auszubauen.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Kaspersky Labs GmbH

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: ©NicoElNino/stock.adobe.com
Bild: ©NicoElNino/stock.adobe.com
Strukturierter Beratungsansatz für KI-Einsatzbereiche im Unternehmen

Strukturierter Beratungsansatz für KI-Einsatzbereiche im Unternehmen

„Künstliche Intelligenz ist eine, wenn nicht die wichtigste Zukunftstechnologie für Unternehmen.“ Diese Aussage bejahen 70 Prozent der Befragten der jüngsten Bitkom-Studie zu KI. Aber nur 10 Prozent aller Unternehmen haben KI-Technologie aktiv im Einsatz, lediglich 30 Prozent planen und diskutieren deren Anwendung. Was ist der Grund für diese große Diskrepanz?

Bild: Blue Yonder, Inc.
Bild: Blue Yonder, Inc.
Künstliche Intelligenz – mehr als eine Wissenschaft

Künstliche Intelligenz – mehr als eine Wissenschaft

Data Science ist mittlerweile ein fester Bestandteil der strategischen Planung in vielen Unternehmen. Um künftige Entwicklungen realistisch zu planen, brauchen wir Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML). Insbesondere im Einzelhandel vertrauen immer mehr große Player auf KI-Lösungen, die präzise Prognosen ermöglichen und zum Beispiel Bestände oder Preise optimieren. Doch viele Entscheidungsträger glauben noch nicht daran, dass KI in den Lieferketten der Zukunft eine tragende Rolle spielen wird. Der Grund hierfür liegt in einer falschen Sicht auf die Wissenschaft.

Bild: ©Stock57/stock.adobe.com
Bild: ©Stock57/stock.adobe.com
KI-Verfahren für die Produktion

KI-Verfahren für die Produktion

Mathematiker der Hochschule Darmstadt (h_da) entwickeln gemeinsam mit dem Hanauer Simulationsdienstleister und Softwareunternehmen SimPlan und dem Automationsexperten Fibro Läpple Technology neue KI-Technologien. Im Rahmen des Loewe-Projekts ‚KISPo‘ will das Konsortium eine autonome, selbstlernende Steuerungssoftware für Produktionsanlagen entwickeln, wie sie z.B. bei der Herstellung von Komponenten für Windräder oder Elektromotoren zum Einsatz kommen. Es wäre die erste KI-Software dieser Art. Damit würde eine von Industrieverbänden und Forschung lange bemängelte Technologielücke geschlossen. Das Land Hessen fördert das Projekt für zwei Jahre mit 320.000 Euro. Konsortialführerin ist die Hochschule Darmstadt.

Bild: ©NicoElNino/stock.adobe.com
Bild: ©NicoElNino/stock.adobe.com
Chancen und Herausforderungen von Machine Learning in der Fertigung

Chancen und Herausforderungen von Machine Learning in der Fertigung

Automatisierung, künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Machine Learning (ML) sind heutzutage bekannte Technologien und kommen bereits in vielen Unternehmen zum Einsatz. Mit Hilfe von Machine Learning wird es IT-Systemen ermöglicht, Muster und Zusammenhänge aus Daten zu lernen und sich selbst zu verbessern. Dabei ist keine explizite Programmierung notwendig. Die Bearbeitung von Kundenanfragen, die Erkennung möglicher Störfälle sowie unerwarteter Ereignisse wie z.B. Cyberangriffe sind klassische Anwendungsfelder von ML. Aber auch die Unterstützung bei einer rein datengestützten Entscheidungsfindung und die Interpretation großer Datenmengen gehören dazu.

Bild: ©Shuo/stock.adobe.com
Bild: ©Shuo/stock.adobe.com
Sensoren lernen das Denken

Sensoren lernen das Denken

Im Fraunhofer-Leitprojekt NeurOSmart forscht das Fraunhofer IPMS zusammen mit vier weiteren Instituten (ISIT, IMS, IWU, IAIS) unter Leitung des Fraunhofer ISIT gemeinsam an energieeffizienten und intelligenten Sensoren für die nächste Generation autonomer Systeme. Dabei sollen die Brücken zwischen Wahrnehmung und Informationsverarbeitung durch innovative Elektronik neu definiert werden.

Bild: ©ipopba/stock.adobe.com
Bild: ©ipopba/stock.adobe.com
Wie KI 2022 praktikabel wird

Wie KI 2022 praktikabel wird

Künstliche Intelligenz war bereits in der Vergangenheit in aller Munde, schaffte es aber doch oft nicht bis in die Anwendung. Das wird sich 2022 ändern – auch weil sich langsam Standards etablieren und sich neue, konkrete Einsatzmöglichkeiten ergeben. In welchen Bereichen Business-Implementierungen zu erwarten sind, erläutert Bernhard Niedermayer, Head of AI bei Cloudflight.

Anzeige

Anzeige

Anzeige