Zahlenfutter

KI-Studie des Fraunhofer IAO

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Industrie 4.0

Bild: Fraunhofer-Institut f. Arbeitswirtschaft

Die technologischen Rahmenbedingungen führen dazu, dass Firmen KI-Lösungen häufiger diskutieren als integrieren. In einer Studie hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO untersucht, wo KI in Unternehmen zu finden ist und was sie dort leistet.

Nach der Vernetzung der Produktion und echtzeitnaher Datenverfügbarkeit ist ein nächster logischer Schritt der Weiterentwicklung die Anwendung autonomer und lernender Systeme. Diese Anwendungen schwacher künstlicher Intelligenz (KI) fokussieren auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik, wobei die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind.

Wenige Anwendungen

Die vom Fraunhofer IAO im Jahr 2019 durchgeführte Studie ‚Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis‘ befragte mehr als 300 Unternehmen aller Branchen aus Deutschland, von denen rund zwei Drittel weniger als 2.500 Personen beschäftigen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bereits drei Viertel der Unternehmen mit dem Thema KI beschäftigen, was die Bedeutung der Zukunftstechnologie untermauert. Im Gegensatz dazu setzen allerdings erst 16 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen im Betrieb ein. Die größten Anwendungsfelder für KI liegen dabei im Bereich der Daten- und Informationsextraktion sowie in den darauf aufbauenden Analysen und Prognosen. Auf dem Shopfloor finden sich daher aktuell vorrangig KI-Anwendungsfälle, die auf Maschinendaten basieren, um Prozesse effizienter zu gestalten. Die häufigsten Anwendungen liegen im Bereich Predictive Maintenance und Predictive Quality. Lösungen, welche den Menschen in seiner täglichen Arbeit individuell unterstützen und ihn assistieren, sind heute noch wenig verbreitet. Das Potenzial dafür ist jedoch riesig: Augmented-Intelligence-Lösungen können die menschlichen kognitiven Fähigkeiten erweitern und eine dynamische Interaktion zwischen Mitarbeitenden und technischen Systemen ermöglichen, indem sie Entscheidungsprozesse vorbereiten und die Ausführung von Tätigkeiten optimieren.

Vielfältiges Potenzial

Bei solchen unterstützenden KI-Systemen spielt der Autonomiegrad eine große Rolle. Systeme, die ihre Aufgaben vollständig autonom ausführen und dazu noch selbstständig neue Tätigkeitsfelder für sich erschließen, nutzen lediglich vier Prozent der Anwender. Ein Großteil der im Rahmen der Fraunhofer-Studie befragten Unternehmen gab an, dass ihre KI-Anwendung jedoch bereits teilweise autonome Entscheidungen trifft (53 Prozent), oder dass die KI den Menschen lediglich bei Entscheidungen unterstützt (28 Prozent). Um die Einbindung der Mitarbeitenden in solche Human-in-the-Loop-Systeme zielführend zu gestalten und auch die nötige Akzeptanz und das Vertrauen für eine erfolgreiche Nutzung zu erreichen, muss die KI für den Beschäftigten verständlich und nachvollziehbar sein. Laut der Studie verbessern sich für ein Unternehmen durch einen zielführenden Einsatz vor allem die Entscheidungsqualität und die Durchlauf- sowie Bearbeitungszeiten im Prozess. Ferner steigen die Kundenzufriedenheit und die Qualität der Arbeitsergebnisse durch KI-Anwendungen. Zusätzlich erkennen Unternehmen verstärkt Potenziale, durch KI nicht nur ihre Prozesse zu verbessern, sondern auch neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

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