Reinforced Learning in der Fertigungsplanung

Im Zuge des weltweiten Wettbewerbsdrucks müssen Unternehmen ihre Fertigung immer flexibler gestalten und planen. Ein wesentliches Ziel der Fertigungsplanung stellt daher eine optimale Auslastung der Produktion dar. Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei ein nützliches Werkzeug sein. Der Einsatz von Reinforcement Learning in der Fertigungsplanung soll dies veranschaulichen.

Reinforced Learning in der Fertigungsplanung

Ablösung für die Heuristik

Bild: ©ipopba/stock.adobe.com

Im Zuge des weltweiten Wettbewerbsdrucks müssen Unternehmen ihre Fertigung immer flexibler gestalten und planen. Ein wesentliches Ziel der Fertigungsplanung stellt daher eine optimale Auslastung der Produktion dar. Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei ein nützliches Werkzeug sein. Der Einsatz von Reinforcement Learning in der Fertigungsplanung soll dies veranschaulichen.


Muss ein Fertigungsplaner 500 Arbeitsgänge einplanen, stehen ihm 101000 mögliche Reihenfolgen für die Arbeitsgänge zur Verfügung. Das sind mehr, als es Atome im Universum gibt. Weitere Faktoren, welche die Produktion beeinflussen, sind beispielsweise Werkzeuge, Material und Personal. Diese Restriktionen müssen für eine optimale Auslastung ebenfalls berücksichtigt werden.

Heutige Fertigungsplanung

Bereits heute bieten Manufacturing-Execution-Systeme (MES) Funktionen zur automatischen Planung von Fertigungsaufträgen an. Auf Basis von Heuristiken kann eine automatische Zuweisung von Aufträgen und deren Arbeitsgängen auf die Arbeitsplätze und Maschinen erfolgen. Heuristiken haben das Ziel, mit begrenztem Wissen und wenig Zeit ein praktikables Ergebnis zu erzielen. Aufgrund der in der Vergangenheit verfügbaren Rechnerleistungen war die heuristische Planung lange Zeit die beste mathematische Herangehensweise, die für die automatische Planung einsetzbar war. Die Heuristik setzt dabei im Wesentlichen auf eine Schritt-für-Schritt-Planung. Demnach wird ein Arbeitsgang nach dem anderen bestmöglich gemäß feststehender Vorgaben eingeplant. Hierbei wird nur bedingt berücksichtigt, welche Arbeitsgänge noch einzuplanen sind und wie sich die Planungsaktion des aktuellen Arbeitsgangs auf zukünftige Arbeitsgänge auswirkt. Auch werden bereits getroffene Planungsentscheidungen nur unter bestimmten Bedingungen hinterfragt oder rückgängig gemacht. Das resultierende Planungsergebnis kennzeichnet sich oftmals durch hohe Rüstaufwände, lange Durchlaufzeiten und daraus resultierend Terminverzüge.

Fertigungsplanung mit KI

In der heutigen Zeit sind jedoch deutlich leistungsfähigere Rechner verfügbar als früher, mit denen signifikant größere Datenmengen verarbeitet und immer bessere Algorithmen entwickelt werden können. Mit der Weiterentwicklung der Technik kann nun ein entscheidender Schritt in Richtung optimale Fertigungsplanung gemacht werden. Durch die Integration von KI ins MES kann eine Automatisierung von intelligentem Verhalten umgesetzt werden. Reinforcement Learning ermöglicht eine intelligente und ganzheitliche Planung der Fertigung. Im Gegensatz zum schrittweisen Vorgehen der Heuristik, werden nun zahlreiche Entscheidungsmöglichkeiten geprüft, bevor eine endgültige Planungsentscheidung getroffen wird. Reinforcement Learning, was als verstärkendes Lernen übersetzt werden kann, bewertet die getroffenen Entscheidungen, hinterfragt diese und lernt daraus. Der Algorithmus lernt somit mit jeder Entscheidung Neues über die vorhandenen Daten und kann bei jeder durchzuführenden Planungsentscheidung bessere Entscheidungen treffen. Hierbei werden nicht alle Planungsentscheidungsmöglichkeiten geprüft, sondern aktiv nur diejenigen, die gute Ergebnisse liefern werden. Daraus resultiert eine weitsichtige Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von noch durchzuführenden Planungsaktionen.

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Autor: Aimes GmbH
www.aimes.online/

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