- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: min
KI und ERP als dynamisches Duo

Dez 6, 2019 | Technologie

Prozessautomatisierung per Algorithmus

KI und ERP als dynamisches Duo

Bild: ©BillionPhotos.com/AdobeStock.com

Künstliche Intelligenz kann keine Wunderdinge bewirken. Sie kann aber helfen, Prozesse zu automatisieren. Das macht sie für ERP-Systeme besonders wertvoll. Der Anfang für ein erfolgreiches Zusammenspiel von KI und ERP ist bereits gemacht.Im Gegensatz zur Ansicht vieler Marketing-Abteilungen ist künstliche Intelligenz kein umfassendes Allheilmittel zur Lösung aller Probleme. Sie ist aber ein hervorragendes Mittel zur weiteren Automatisierung von Prozessen. Das macht sie zur idealen Technologie für ERP-Systeme, denn deren Kernaufgabe ist nichts anderes, als durch Automatisierung die Effektivität und Effizienz im Unternehmen zu steigern. Die – meist knappen – Ressourcen der Unternehmen können dadurch Aufgaben erledigen, die einen echten Mehrwert erzielen. Das macht Enterprise Resource Planning und künstliche Intelligenz zu einem dynamischen Duo. Werden ERP-Systeme um KI-Technologien wie Natural Language Processing oder Machine Learning erweitert, können sie Unternehmensprozesse intelligenter und damit noch umfangreicher und noch besser automatisieren.

Via Sprach- und Texteingabe

Erste Ansätze davon sind bereits in die Realität umgesetzt. So haben erste ERP-Anbieter ihre Systeme mit KI-Chatbots ausgestattet, die es ermöglichen, via Sprach- und Texteingabe mit der Software zu interagieren. Die Nutzer können sich Auskünfte vom ERP-System holen oder unkompliziertere Transaktionen durchführen, indem sie einfach mit ihm sprechen oder sich per Textchat mit ihm austauschen. Die Integration der Bots in populäre Kommunikationstools ermöglicht es dabei sogar, das direkt über Skype, Skype for Business oder den Facebook Messenger zu tun. Gelegenheitsnutzer können dadurch unkompliziert beispielsweise einen Urlaubsantrag stellen oder nach einem

bestimmten Posten in der Unternehmenssoftware suchen. Mit der Systematik der ERP-Lösung müssen sie sich dafür kaum noch auseinandersetzen. Die Kommunikation per Sprache erlaubt es zudem, in Situationen ohne Zugang zu einer Tastatur mit dem ERP-System zu interagieren. So lassen sich etwa Autofahrten oder Wartezeiten im Stau produktiv nutzen, indem die Software über die Freisprechanlage bedient wird. Servicetechniker oder Ingenieure haben die Möglichkeit, per Mobilgerät direkt an einer Anlage technische Daten abzufragen oder ausgeführte Arbeiten zurückzumelden. ERP-Chatbots erhöhen die Automatisierung aber nicht nur nach innen, sondern auch nach außen hin. Bei Anrufen von Kunden im Call Center eines Unternehmens können die Bots einfache Fragen ohne menschliches Zutun beantworten, etwa Fragen nach Öffnungszeiten oder der voraussichtlichen Ankunftszeit eines Technikers. Zudem ermöglichen sie hilfreiche Self Services, mit denen Endkunden einfache Routineaufgaben, wie etwa das Verschieben eines Termins über das Internet, einfach selbst erledigen können. Damit sparen KI-Chatbots Unternehmen nicht nur Zeit und Geld. Sie sind zusätzlich auch ein wirkungsvolles Instrument gegen den notorischen Fachkräftemangel.

Instandhaltung optimieren

Künftig wird künstliche Intelligenz aber noch auf vielen weiteren ERP-Gebieten zum Einsatz kommen. Dazu zählen z.B. Instandhaltung und Wartung. Vor allem in Branchen wie der Fertigungsindustrie und der Energieversorgung, die es mit zahlreichen Maschinen und Anlagen zu tun haben, kann KI eine wertvolle Hilfe sein. Im Moment werden viele dieser Maschinen und Anlagen mit Sensoren ausgestattet, die IoT-Daten generieren. Dadurch entsteht ein Informationspool, der sich mithilfe von KI automatisiert auswerten lässt. Machine-Learning-Algorithmen, die aus IoT-Vergangenheitsdaten lernen, ermöglichen eine prädiktive Instandhaltung. Hat z.B. eine hohe Temperatur in einem bestimmten Maschinenteil in der Vergangenheit zu Wartungsarbeiten geführt, kann eine KI diese Erfahrung dazu nutzen, beim Erreichen dieser Temperatur automatisch einen Arbeitsauftrag in der Unternehmenssoftware auszulösen und Techniker zur Behebung des Problems zu entsenden. Durch zusätzliche KI-Funktionen lässt sich dabei auch die Einsatzplanung für die Techniker optimieren. Z.B. kann die Software die Mitarbeiterplanung mittels KI-unterstützter Einsatzoptimierung entsprechend der verfügbaren Ausrüstung an unterschiedlichen Standorten unterstützen. Mit ihren Lernalgorithmen kann künstliche Intelligenz in ERP-Systemen darüber hinaus Entscheidungen weiter automatisieren. Derzeit werden einfache Entscheidungen wie etwa die Genehmigung von Reisekosten noch mit Code- und Rules-Engines anhand von Geschäftsregeln halbautomatisiert. Diese Regeln sind jedoch sowohl hinsichtlich Komplexität als auch Dynamik durch die Veränderung im Laufe der Zeit begrenzt. Deshalb werden künftig stattdessen Machine-Learning-Algorithmen über die historischen Daten ausgeführt, die die Verhaltensmuster der Entscheider erkennen. Damit können sie die Genehmigungen auf effektivere und effizientere Weise automatisieren und die Entscheider gewinnen Freiraum für wichtigere Aufgaben.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Autor:
Firma:
- Anzeige -

News

- Anzeige -

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

Wie KI in der Krise Wirtschaftsleistung unterstützen kann

Künstliche Intelligenz hat einen großen Einfluss auf die Zeit in der Corona-Krise, aber auch nach der Krise ist sie sehr hilfreich. Claudia Bünte ist Expertin auf dem Gebiet der KI und Professorin für ‚International Business Administration‘ mit Schwerpunkt Marketing an der SRH in Berlin. 2016 gründete sie die Marketingberatung ‚Kaiserscholle – Center of Marketing Excellence‘ und berät Top-Manager in Kernfragen der Markenführung und des Marketings.

mehr lesen

Digitalisierung und künstliche Intelligenz optimieren Prozessanlagen

Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) eröffnen auch in der Prozessautomatisierung Perspektiven für Einsparungen in allen Phasen des Lebenszyklus einer Anlage. Schon verfügbar ist ein digitales Feldgerät, das Festo Motion Terminal VTEM. Auch Dashboards von Festo visualisieren Anlagenzustände und selbst künstliche Intelligenz ist in der Prozessautomatisierung keine ferne Zukunftsmusik mehr.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz gezielt in der Wertschöpfung einsetzen

Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher produzierender Unternehmen hängt heute mehr denn je von der Fähig-keit ab, komplexen Herausforderungen wie volatilen Märkten effektiv zu begegnen. Insbesondere im industri-ellen Kontext ergeben sich durch eine stetig wachsende Datenverfügbarkeit sowie verbesserte Analysemög-lichkeiten erhebliche Potenziale: „Artificial Intelligence“ (AI), zu Deutsch „Künstliche Intelligenz“ (KI), ermög-licht die Verarbeitung großer Datenmengen und kann dabei helfen, Prognosen abzuleiten und die Entschei-dungsfindung zu erleichtern. Um diese Potenziale abrufen zu können, müssen Unternehmen befähigt wer-den, Künstliche Intelligenz in der Wertschöpfung gezielt einzusetzen.

mehr lesen

Quantensprung für die künstliche Intelligenz

Quantencomputer werden die künstliche Intelligenz und das Maschinelle Lernen tiefgreifend verändern und völlig neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen. In einer Studie erläutern Experten der Fraunhofer-Allianz Big Data und künstliche Intelligenz gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern, wie Quantencomputer Verfahren des Maschinellen Lernens beschleunigen können und welche Potenziale ihr Einsatz in Industrie und Gesellschaft mit sich bringen wird. Die Studie stellt grundlegende Konzepte und Technologien des Quantencomputings vor, analysiert die aktuelle Forschungs- und Kompetenzlandschaft und zeigt Marktpotenziale auf.

mehr lesen

KI-Studie 2020: Das Fremdeln des Top-Managements mit KI

Künstliche Intelligenz ist eine wichtige Technologie, von der sich Unternehmen handfeste Wettbewerbsvorteile versprechen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters Adesso unter Führungskräften. Konkrete Projekte haben allerdings bislang nur wenige Firmen umgesetzt. Besonders zurückhaltend zeigt sich bei dem Thema das Top-Management.

mehr lesen

„Ethik muss Teil des Entwicklungsprozesses sein“

Der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Entwicklung neuer Medizin-Technologien verlangt auch die verstärkte Berücksichtigung ethischer Aspekte. Ein interdisziplinäres Team der Technischen Universität München (TUM) spricht sich dafür aus, Ethik von Beginn an in den Entwicklungsprozess neuer Technologien zu integrieren. Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien, erklärt den sogenannten ‚embedded ethics approach‘.

mehr lesen

Schutz der Privatsphäre und KI in Kommunikationssystemen

Alle zwei Jahre vergeben der VDE, die Deutsche Telekom sowie die Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr geht er an Prof. Dr.-Ing. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen und an Dr.-Ing. Jakob Hoydis von den Nokia Bell Labs in Nozay, Frankreich. Die beiden Preisträger teilen sich die Auszeichnung und damit das Preisgeld.

Infor bringt Infor Coleman AI auf den Markt

Infor, Anbieter von branchenspezifischer Business-Software für die Cloud, hat bekanntgegeben, dass die Plattform Infor Coleman AI für Embedded-Machine-Learning-Modelle ab sofort verfügbar ist. Sie bietet die Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Personalisierung, die Unternehmen benötigen, um KI vollständig zu operationalisieren.