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Zukunftssektor Logistik
Der Logistiksektor ist für Hersteller von Automatisierungslösungen ein starker Wachstumsmarkt - und bringt gleichzeitig immer neue Herausforderungen. Mit Erfahrungswerten aus Produktionsprozessen und Unterstützung von KI-Partnern zeigen Marktführer neue Lösungen, die perfekt auf den Einsatz in der Logistik zugeschnitten sind.
 (unten) Die kompakte Standardzelle - ausgestattet mit dem ABB-Sechsachsroboter IRB 1600, 3D-Kameratechnologie und Vakuumgreifer - ist für die Vereinzelung kleinerer Pakete bei großen Volumenströmen konzipiert.
Die kompakte Standardzelle – ausgestattet mit dem ABB-Sechsachsroboter IRB 1600, 3D-Kameratechnologie und Vakuumgreifer – ist für die Vereinzelung kleinerer Pakete bei großen Volumenströmen konzipiert. – Bild: ABB Automation GmbH

Kunden erwarten heutzutage von ihren Lieferanten individuell zugeschnittene Lieferungen, die sich bestenfalls ohne großen Sortieraufwand direkt in die Regale stellen lassen. Zudem haben sich dank zunehmendem Online-Shopping die Bestellvorlaufzeiten drastisch verkürzt, während die Anzahl der Sendungen großen Schwankungen unterliegt. Durch das rasante globale Wachstum des Online-Handels besteht großes Potenzial für den Einsatz von KI-basierten Robotiklösungen in den Logistikzentren von E-Commerce-Unternehmen. Laut Statista werden die weltweiten Einnahmen im E-Commerce innerhalb der nächsten fünf Jahre um mehr als 50 Prozent steigen – von 1,7Bio. Euro im Jahr 2019 auf 2,6Bio. Euro im Jahr 2024.

Auch die wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Fulfillment bietet aufgrund der Komplexität und Personalintensität besonderes Potenzial für intelligente Automatisierung. Das Marktforschungsunternehmen Beroe Inc. rechnet mit einem Anstieg des globalen Marktvolumens für Fulfillment-Dienstleistungen auf 51,3Mrd. Euro bis 2021 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von vier bis fünf Prozent. Die Industrie steht vor der Herausforderung, Mitarbeitende für die Kommissionierung und Verpackung zu finden und langfristig zu halten. Während Roboter ideal für die Ausübung wiederkehrender Tätigkeiten geeignet sind, fehlte ihnen bislang die nötige Intelligenz, um Zehntausende unterschiedliche Produkte in einem typischen dynamischen Logistikzentrum zu erkennen und zu kommissionieren.

In der Vergangenheit war Personalaufbau die einzige Möglichkeit, die Kapazität in der Logistik schnell zu erhöhen. Da die Arbeit allerdings meist monoton und sehr repetitiv ist, fehlt für viele Arbeitnehmer die Attraktivität. Die Folge: eine hohe Fluktuation und generell zu wenig potenzielle Mitarbeiter. Automatisierungslösungen sind perfekt dafür geschaffen, diese Aufgaben zu übernehmen, Personalengpässe zu vermeiden und qualifizierte Mitarbeiter für anspruchsvollere Aufgaben einzusetzen.

 Logistikzentren greifen zunehmend auf roboterbasierte Automatisierungslösungen zurück, um unerwartete Spitzenlasten auszugleichen.
Logistikzentren greifen zunehmend auf roboterbasierte Automatisierungslösungen zurück, um unerwartete Spitzenlasten auszugleichen.Bild: ABB Automation GmbH

Automationslösungen müssen vielfältig einsetzbar sein

In den vergangenen Jahren haben sich Anforderungen an Automatisierungslösungen für die Logistik herauskristallisiert, die eine immer höhere Komplexität voraussetzen. Durch kleine Losgrößen und eine Vielzahl an unterschiedlichen Produkten, die Logistikzentren für den Onlinehandel bereithalten, müssen Roboter in der Lage sein, autonom unterschiedliche Objekte zu greifen. Zudem benötigen eine Vielzahl von intralogistischen Prozessen mobile Roboterlösungen. Eine weitere komplexe Anforderung ist das Ent- und Beladen von Containern oder Lkw sowie die Sortierung von Paketen.

Bei der Umsetzung solcher neuen Robotikanwendungen setzt die Logistikbranche auf Partner mit starkem Anwendungs-Knowhow, modularen Lösungen und einem umfassenden Serviceangebot, um ihr Netzwerk zu unterstützen. ABB ist einer der großen Roboterhersteller, der ein komplettes Portfolio an Automatisierungslösungen, Steuerungen und Sicherheitsprodukten bereithält, die in Logistiksystemen zum Einsatz kommen. Besonders in die Servicerobotik investiert das Unternehmen, um entsprechende Innovationen voranzutreiben und den Logistiksektor bestmöglich zu unterstützen. ABB greift dafür auf die Erfahrung aus der klassischen Fertigung zurück. So lassen sich maßgefertigte Lösungen für die Lagerhaltung und Logistik schaffen.

Kooperationen als Schlüssel zum Erfolg

Um ihren Kunden aus der Logistik zukunftsweisende Lösungen liefern zu können, kooperiert ABB mit dem KI-Start-up Covariant. Covariant Brain, die Software des jungen Unternehmens, ist eine universelle KI, mit der Roboter ihre Umgebung erkennen, einschätzen und darin entsprechend agieren können. So erledigen sie Aufgaben, die für herkömmliche Roboter zu vielfältig und komplex sind. Die von Covariant entwickelte Software ermöglicht Robotern zudem ‚Reinforcement Learning‘: Durch Tests erweitern die Roboter eigenständig die Anzahl der Artikel, die sie greifen können.

Die Partnerschaft verbindet zwei Unternehmen mit einer gemeinsamen Vision für KI-Robotiklösungen: Intelligente Roboter arbeiten in dynamischen Umgebungen kollaborativ mit Menschen zusammen. Dabei lernen Mensch und Maschine mit jeder Aufgabe dazu und verbessern Abläufe gemeinsam.

 (oben) Die KI-basierte Robotiklösung von ABB und Covariant ist in der Lage, individuelle Objekte unterschiedlichster Art eigenständig zu identifizieren und zu greifen.
Die KI-basierte Robotiklösung von ABB und Covariant ist in der Lage, individuelle Objekte unterschiedlichster Art eigenständig zu identifizieren und zu greifen. – Bild: ABB Automation GmbH

„Die Partnerschaft mit Covariant ist Teil unserer Strategie, neue Wachstumssegmente wie Warehouse-Logistik zu erschließen und vom Potenzial dieser Märkte zu profitieren. Die Zusammenarbeit ergänzt unser Produktportfolio ideal und zahlt auf unser Ziel ein, für unsere Kunden die erste Wahl für Robotiklösungen zu sein. Durch die Ausstattung unserer Roboter mit künstlicher Intelligenz eröffnen wir ganz neue Möglichkeiten und Anwendungen für die Logistik“, erläutert Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation von ABB.

„Wenn wir künstliche Intelligenz weiterentwickeln möchten, dann müssen wir raus aus den Laboren und rein in die Realität. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ABB KI-Robotiklösungen für Kunden aus der ganzen Welt zu entwickeln. Dabei profitieren wir von ABBs Erfahrung von knapp fünf Jahrzehnten in der Integration von Automatisierungssystemen in anspruchsvolle Industrieumgebungen“, sagt Peter Chen, Vorstandsvorsitzender und Co-Gründer von Covariant.

Als erstes gemeinsames Projekt entstand dabei eine autonome Greifanwendung zur Auftragsabwicklung in Logistikzentren. Diese ist bereits bei Active Ants im Einsatz. Der niederländischen Anbieter von Fulfillment-Dienstleistungen für Online-Händler mit Sitz in Utrech ist Teil der bpost Gruppe, Belgiens führendem Postbetreiber und Paket- sowie E-Commerce-Logistikdienstleister.

Intelligente Lösungen für komplexe Aufgaben

Die Logistik ist eine bedeutende Wachstumsbrache für die Automatisierung. Besonders die Kombination von KI und Robotik bietet zukunftsweisende Lösungen, die der Branche zukünftig mehr Flexibilität und Planungssicherheit versprechen. Es bleibt dennoch spannend, denn die Branche wird sich auch in Zukunft unter dem wachsenden Druck der Konsumenten stetig weiter verändern und Automationslösungen vor immer neue Herausforderungen stellen.

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