- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: 4min
Wie künstliche Intelligenz den Schutz von Datennetzen erleichtern soll
Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen beteiligt sich an einem Forschungsprojekt, das auf künstliche Intelligenz setzt, um den Schutz von komplexen Kommunikationsnetzen zu gewährleisten
Bild: ©xiollangge/stock.adobe.com

Mit der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche steigt die Komplexität von Kommunikationssystemen rapide an. Für die Betreiber dieser Netzwerke wird es dadurch immer schwieriger, den Schutz vor Angriffen und Datenverlusten sicherzustellen. Künstliche Intelligenz (KI) kann helfen, Gefahren zu erkennen und zu unterbinden, wird aber aufgrund ihrer teils unzulänglichen Zuverlässigkeit bis jetzt nur begrenzt eingesetzt. Ein Forschungsprojekt unter Beteiligung des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen untersucht nun neue Möglichkeiten für die effektive Nutzung der KI zur Erhöhung der Netzwerksicherheit. Dabei soll auch die Nutzerfreundlichkeit gewährleistet werden. Im Rahmen des Projekts ‚Wintermute‘ wird ein KI-basiertes System entwickelt, das die Datenflüsse in Kommunikationssystemen analysiert und übersichtlich darstellt. Auf dieser Basis ermöglicht es eine engmaschige Kontrolle des Systems – auch bei komplexen Netzwerken. Die Anpassung der Regeln für die Steuerung der Datenflüsse in diesen Netzen soll ebenfalls erleichtert werden.

Entlastung für Administratoren

„Netzwerkadministratoren haben es oft mit einer über Jahrzehnte gewachsenen System- und Anwendungslandschaft zu tun“, erklärt Professor Johannes Schöning, Leiter der Arbeitsgruppe Mensch-Computer-Interaktion am TZI. „Ursachen für häufig auftretende Sicherheitsprobleme in diesen Systemen sind vor allem Zeitdruck, Arbeitsüberlastung, manuelle Konfiguration, unzureichende Dokumentation und schlechte Benutzbarkeit. Wir wollen den Administratoren daher den Einsatz neuer, leistungsstärkerer Sicherheitssysteme erleichtern.“ Um dies zu erreichen, legen Wissenschaftler großen Wert auf die Nutzerfreundlichkeit ihres Systems. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz werden Auffälligkeiten in den Datenströmen nicht nur erkannt, sondern auch auf ihre Relevanz hin überprüft, um die Zahl der Fehlalarme zu minimieren. Dabei lernt das System auch aus den Rückmeldungen der Anwenderinnen und Anwender.

TZI entwickelt Nutzerschnittstelle

Das TZI bringt vor allem seine umfassende Erfahrung in der Mensch-Computer-Interaktion in das Projekt ein. Die Arbeitsgruppe beteiligt sich unter anderem an der Entwicklung der Nutzerschnittstelle, an Laborexperimenten mit Nutzern sowie an der Evaluierung der entwickelten Lösungen.

Im Projekt Wintermute (benannt nach einer Figur aus der Roman-Trilogie ‚Neuromancer‘) übernimmt die Genua (Kirchheim bei München) als IT-Spezialist für Sicherheit und Tochter der Bundesdruckerei die Rolle des Koordinators. Neben der Universität Bremen sind auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und die Otto-Friedrich-Universität Bamberg als akademische Partner beteiligt, sowie ACS Plus (Berlin) und IsarNet Software Solutions (München) als Industriepartner. Das gesamte Projektvolumen ist auf 2,86 Millionen Euro angesetzt. Rund zwei Drittel davon finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Autor:
Firma: Universität Bremen
www.imsas.uni-bremen.de

News

- Anzeige -

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

KI per Smartphone

Die KI-Software AI.See von Elunic wird häufig zur Prüfung von Oberflächen aus Metall und Kunststoff eingesetzt. Mit einem Starterkit und einem Smartphone können Anwender selbst einen ersten Eindruck einer KI-basierten Qualitätsprüfung gewinnen.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz analysiert wertvolle Inhaltsstoffe

Kunststoffmüll ist ein Problem. Weltweit. Der Grund: Kunststoff ist meist verbaut und Teil eines komplexen Produktes: Auto, Kühlschrank, Lederschuh oder Smartphone. Materialanalyse, -trennung und Recycling wären ein Lösungsansatz. Hier setzt das Projekt ‚Digital Lifecycle Record for the Circular Economy‘ – kurz ReCircE – an. Es will mithilfe von künstlicher Intelligenz ein umfassendes Recyclingverfahren entwickeln. Teil des Projektes ist ein digitaler Produktpass. Er soll Transparenz über die gesamte Wertstoffkette schaffen, um die Verwertung von Kunststoffen aus hochentwickelten Produkten zu erleichtern.

mehr lesen

Unternehmen reagieren bei ethischen KI-Fragen zögerlich

Das Bewusstsein für ethische Fragestellungen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz ist in Unternehmen und Verwaltungen gestiegen. Dennoch fällt ihre diesjährige Handlungsbilanz gemischt aus, da nur in Teilbereichen Verbesserungen erzielt wurden. Zu diesen und weiteren Erkenntnissen kommt eine Studie von Capgemin für die 2.900 Konsumenten sowie 900 Führungskräfte befragt wurden.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz trifft Embedded

An künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen führt kein Weg vorbei. Die Automobilindustrie, die industrielle Automation, die Landwirtschaft – kaum ein Sektor, der nicht vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Mit KI-fähigen Embedded-Systemen steht künstliche Intelligenz zunehmend direkt at the Edge zur Verfügung.

mehr lesen

Schutz der Privatsphäre und KI in Kommunikationssystemen

Alle zwei Jahre vergeben der VDE, die Deutsche Telekom sowie die Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr geht er an Prof. Dr.-Ing. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen und an Dr.-Ing. Jakob Hoydis von den Nokia Bell Labs in Nozay, Frankreich. Die beiden Preisträger teilen sich die Auszeichnung und damit das Preisgeld.

Infor bringt Infor Coleman AI auf den Markt

Infor, Anbieter von branchenspezifischer Business-Software für die Cloud, hat bekanntgegeben, dass die Plattform Infor Coleman AI für Embedded-Machine-Learning-Modelle ab sofort verfügbar ist. Sie bietet die Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Personalisierung, die Unternehmen benötigen, um KI vollständig zu operationalisieren.