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Die Zukunft des Einzelhandels
Die Unternehmensberatung Bain & Company hat untersucht, wie es in Zukunft um den Einzelhandel bestellt sein könnte. Dabei wurden fünf Händlertypen identifiziert, deren Zukunftsaussichten positiv sind. Einzelhändler, die nicht in diese Modelle passen, riskieren laut Bain eine Übernahme oder gar die Insolvenz.

Bild: ©Kris Tan/stock.adobe.com

Erfolg im Einzelhandel hatte früher oftmals derjenige, der schlichtweg größer als seine direkten Wettbewerber war. Geschickt agierende Unternehmen, die lokal gesehen an erster oder zweiter Stelle standen, konnten tendenziell höhere Gewinnmargen erwirtschaften. Im Zuge der steigenden Ansprüche der Verbraucher und der Digitalisierung ist die Führungsmannschaft vor Ort jedoch nur ein Teil der Erfolgsformel. Wenn Einzelhändler heutzutage Erfolg haben wollen, müssen sie neben unverwechselbaren Produkten, nahtlosem Service und aussagekräftigen Marken vor allem im Bereich Innovation Höchstleistungen erbringen. Darüber hinaus sollten sie Data Analytics beherrschen, um immer anspruchsvollere und schwerer zu kategorisierende Kunden verstehen und begeistern zu können. Die Branchenführer stellen fest, dass eben diese Datenkompetenzen für Kostensenkungsprogramme in Bereichen wie Arbeitskostenmanagement, Lieferantenverhandlungen und Bestandsmanagement der Schlüssel zum Erfolg geworden sind. Wer – sowohl online als auch im Ladengeschäft – neue Kunden gewinnen und Kundenströme aufrechterhalten will, kommt um Analytics nicht mehr herum.

Mit der Digitalisierung mithalten

Einzelhändler benötigen vor allem einen neuen Skalierbarkeitsansatz, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Die regionalen Champions werden voraussichtlich auch weiterhin eine solide Wettbewerbsgrundlage haben. Bei den meisten Einzelhändlern muss die lokale Präsenz jedoch mit einer absoluten Skalierbarkeit Hand in Hand gehen – und zwar so, dass die beispiellosen Investitionen gestemmt werden können. Denn diese werden benötigt, um wettbewerbsfähig zu bleiben und um angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Branche mit Unternehmen wie Amazon und Alibaba mithalten zu können.

Konsequentes Handeln gefragt

Die Bain-Studie beschreibt fünf Händlertypen, die mit den richtigen Maßnahmen selbst in einer Ära neuer Konsumgewohnheiten und digitaler Veränderungen erfolgreich sind:

  • Ökosystem-Player: Stöbern, informieren, plaudern, spielen und kaufen. Wer den Kunden ein derart umfassendes Konsumerlebnis an einem Ort bietet, dessen Zukunft ist weitgehend gesichert. Ein solches One-Stop-Shop-System wächst nicht zuletzt durch die Integration weiterer Verkäufer, die so Zugang zu potenziellen Kunden, aber auch zu Diensten wie Logistik, Marketing, Datenanalyse oder Zahlungsmechanismen erhalten.
  •  Marktführer: Branchenriesen, die mit ausreichend Kapital und hohen Marktanteilen ihre Märkte dominieren, können ihre führende Position weiter ausbauen, wenn sie schnell und innovativ sind. Dazu müssen sie überdurchschnittlich in ihre IT, in ihre Läden und in ihre Onlinepräsenz investieren.
  •  Discounter: Billiganbieter haben gute Aussichten, wenn sie wie Aldi, Lidl oder Primark trotz niedriger Preise ein zufriedenstellendes Einkaufserlebnis bieten. Diese Unternehmen müssen in neue Regionen expandieren, ihre Kosten senken und ihr Angebot innovativ erweitern.
  • Tramper: Die kleine Gruppe von Einzelhändlern, die sich durch ein ausgefallenes Ladendesign oder ganz spezielle Produkte auszeichnet, kann sich trotz mangelnder Größe behaupten. Dazu nutzen sie die Infrastruktur, Logistik, IT oder Datenanalysefähigkeiten großer Partner. Ihre Eigenständigkeit wahren sie durch erstklassige Produktentwicklung und exzellentes Marketing.
  •  Regionale Perlen: Auch Händler, die nur in einer bestimmten Region vertreten sind, können in ihrer Nische bestehen. Setzen sie weiterhin auf exzellentes Personal und herausragende Kundenbetreuung, sind sie in der Lage, den globalen Riesen Paroli zu bieten, selbst wenn diese ihre lokalen Angebote ausweiten.
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