- Anzeige -
- Anzeige -
Lesedauer: 4min
Autonomous Machine Vision im Selbstversuch

Mrz 11, 2020 | inVISION, Technologie

Visuelle Inspektion in der Teilefertigung ist teuer, kompliziert und fehleranfällig - so der allgemeine Konsens. Inspekto aus Heilbronn hat es sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern und verspricht ein Plug&Play-System, das in kürzester Zeit und mit geringem Installationsaufwand zuverlässige Ergebnisse liefert. Die inVISION hat dies im Selbstversuch getestet.
Bild 1 | Nach kurzer Einführung kann der technisch unbeflissene Redakteur das Vision-System selbstständig kalibrieren.
Bild 1 | Nach kurzer Einführung kann der technisch unbeflissene Redakteur das Vision-System selbstständig kalibrieren.Bild: TeDo Verlag GmbH

Das Autonomous-Machine-Vision-System Inspekto S70 des deutschen Herstellers mit israelischer DNA soll eigenständig funktionieren, sich selbst einrichten, autonom anpassen und selbstständig lernen. Zu diesem Zweck nutzt es mehrere KI-Module gleichzeitig und kann so die Gesamtfehlerkosten reduzieren. Das S70 kann sogar seine eigenen Einstellungen an Umgebungsveränderungen anpassen, wie z.B. bei Beleuchtung, Handling-Methoden und Vibrationen. Für die Konfiguration sind lediglich 20 bis 30 einwandfreie Muster erforderlich. Außerdem ist das Gerät in der Lage, mehrere Produkte oder verschiedene Modelle des gleichen Produkts am selben Inspektionsstandort zu untersuchen.

Der Versuchsaufbau

Um sicher zu stellen, dass es sich hierbei nicht nur um Werbeversprechungen handelt, hat Inspekto zwei Redakteure des Fachmagazins inVISION in die Innovationsfabrik Heilbronn eingeladen, um das System selbst in Betrieb zu nehmen und auf seine Plug&Play-Fähigkeit zu testen. Der Versuchsaufbau war denkbar einfach: ein Konferenztisch, ein handelsüblicher Laptop mit externem Monitor und natürlich das Bildverarbeitungssystem selbst. Nach kurzer Einweisung durch einen Techniker konnte der Selbstversuch beginnen. Das zufällig ausgewählte Bauteil wird über ein grafisches Interface in das System eingelesen. Per einfachem Mausklick können hierbei die zu überprüfenden Parameter definiert oder bestimmte Bereiche ausgeklammert werden. Darüber hinaus können auch spezielle Points of Interest markiert werden, die einer besonders gründlichen Inspektion bedürfen – und tatsächlich: All dies war für den Redakteur, der kein ingenieurwissenschaftliches Studium genossen hat, per simplem Point&Click problemlos möglich.

Bild 2 | In diesem Test wurde zielsicher ein besonders undankbares Testobjekt ausgewählt - schwarz, klein und kompliziert aufgebaut.
Bild 2 | In diesem Test wurde zielsicher ein besonders undankbares Testobjekt ausgewählt – schwarz, klein und kompliziert aufgebaut.Bild: TeDo Verlag GmbH

Plug&Play

Nach dem erfolgreichen Einlesen tat die künstliche Intelligenz des Inspekto S70 autonom seinen Dienst. Dem System wurden circa 20 bis 25 Muster des Werkstücks präsentiert um die Objekteigenschaften zu erlernen. Auch der Umstand, dass zielsicher ein besonders schwer zu überprüfendes Werkstück ausgewählt wurde – schwarz, quadratisch, klein – stellte das System vor keine größeren Hindernisse. Nach Beendigung dieses Vorgangs, der inklusive Einrichten des Testmusters circa 20 Minuten dauerte, konnten dem S70 bereits mehrere Vergleichsstücke vorgelegt werden. Trotz denkbar schlechter Lichtverhältnisse im Konferenzraum der zu einem Hub für Startups umgewandelten ehemaligen Maschinenfabrik konnte das Vision-System zuverlässig kleine Fehler in den Vergleichsstücken erkennen und auf dem Display gut sichtbar markieren. Ein durchaus überzeugendes Ergebnis.

In the course of calibration, points of interest are defined or ranges are excluded.
Bild 3 | Im Zuge der Kalibrierung werden Points of Interest festgelegt oder Bereiche ausgeschloßen. – Bild: TeDo Verlag GmbH

Mission erfolgreich

Autonomous Machine Vision – mit dem S70 scheint das Plug&Play-fähige Inspektionssystem tatsächlich Realität zu werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das junge Startup – die erste öffentliche Präsentation des Systems geschah auf der Vision 2018 – bereits jetzt eine beachtliche Liste von Partnern und Unterstützern aus vielen Industriebereichen vorweisen kann, darunter Bosch, BSH, Daimler, Mahle, Schneider Electric und BMW. Nicht verwunderlich, das Harel Boren, CEO von Inspekto, selbstbewusst erklärt: „Die Vorteile des S70 sind sogar dermaßen überzeugend, dass bisher noch jedes Unternehmen nach einer Live-Demonstration in seiner Fertigungsanlage eine Bestellung aufgegeben hat.“ Ähnlich überzeugend prangt es daher auch auf der Verpackung des Vision-Systems, die alles beinhaltet, was für die Installation vor Ort nötig ist: Our mission and passion is to make QA professionals love their jobs.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Autor:
Firma: Inspekto
www.inspekto.com
- Anzeige -

News

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

Erste marktreife KI-Anwendung für Lackierereien

Advanced Analytics von Dürr ist die erste marktreife KI-Anwendung für Lackieranlagen. Die intelligente Lösung, die neueste IT-Technologie mit Maschinenbaukompetenz kombiniert, identifiziert Fehlerquellen und ermittelt optimale Wartungszeitpunkte. Zudem spürt sie bislang unbekannte Zusammenhänge auf und passt mit diesem Wissen selbstlernend den Algorithmus an der Anlage an. Erste Praxiseinsätze belegen, dass die Software von Dürr die Anlagenverfügbarkeit und die Oberflächenqualität lackierter Karosserien optimiert.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz – zwischen Hype und Realität

Das Thema künstliche Intelligenz (KI) ist aus der aktuellen Debatte um Zukunftstechnologien nicht wegzudenken. Prof. Markus Kaiser, Professor für praktischen Journalismus an der TH Nürnberg, organisiert im Sommersemester 2020 eine Ringvorlesung zum Thema ‚künstliche Intelligenz‘. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Forschung erläutern an fünf Abenden die Chancen und Folgen von neuen Technologien. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

mehr lesen

Fraunhofer IAO untersucht Potenziale und Einsatz von KI in Unternehmen

Wie kommt künstliche Intelligenz (KI) in der Unternehmenspraxis an? Welche Potenziale versprechen sich Unternehmen davon, welche Auswirkungen erhoffen und fürchten sie und wo werden KI-Technologien schon in der Praxis eingesetzt? Diese und weitere Fragen zu den Potenzialen und Auswirkungen von KI hat das Fraunhofer IAO auf Basis einer Befragung untersucht. Die resultierende Publikation ‚Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis‘ ist ab sofort kostenlos erhältlich

mehr lesen

Studie: Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Was ist künstliche Intelligenz und wie wird sie in den kommenden Jahren die Organisation und Arbeitsweisen der öffentlichen Verwaltung verändern? Das Fraunhofer IAO sowie die Zeppelin Universität haben im Auftrag der Digitalakademie@bw diese Fragestellung untersucht. Die jetzt vorliegende Studie liefert einen Überblick der Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten von KI im öffentlichen Sektor.

mehr lesen

Förderung für die KI-Forschung der Technomathematik

Künstliche Intelligenz (KI) ist zurzeit einer der dynamischsten Forschungs- und Wirtschaftsbereiche. Ob es um Sprachassistenzsysteme, Krebsdiagnose oder Autonomes Fahren geht – eine korrekte und leistungsfähige mathematische Basis ist stets die Voraussetzung für neue KI-Lösungen. Die Expertise dafür kommt auch aus der Universität Bremen: Das Zentrum für Technomathematik erhält jetzt zwei Millionen Euro, um in mehreren Projekten als wissenschaftlicher Partner neue KI-Anwendungen zu realisieren.

mehr lesen

Schutz der Privatsphäre und KI in Kommunikationssystemen

Alle zwei Jahre vergeben der VDE, die Deutsche Telekom sowie die Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr geht er an Prof. Dr.-Ing. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen und an Dr.-Ing. Jakob Hoydis von den Nokia Bell Labs in Nozay, Frankreich. Die beiden Preisträger teilen sich die Auszeichnung und damit das Preisgeld.

Infor bringt Infor Coleman AI auf den Markt

Infor, Anbieter von branchenspezifischer Business-Software für die Cloud, hat bekanntgegeben, dass die Plattform Infor Coleman AI für Embedded-Machine-Learning-Modelle ab sofort verfügbar ist. Sie bietet die Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Personalisierung, die Unternehmen benötigen, um KI vollständig zu operationalisieren.