- Anzeige -
Lesedauer: min
KI-gestützte Bilderkennung bei der Homologation

Dez 10, 2019 | Industrielle Produktion

Bild: Elunic AG

Die industrielle Bildverarbeitung nimmt in der Qualitätssicherung einen immer höheren Stellenwert ein. Bei der Bilderkennung hilft künstliche Intelligenz, die Genauigkeit sowie die Produktionsgeschwindigkeit zu steigern – auch bei der Homologation von Kraftfahrzeugen.

In einer weltweiten Umfrage von IFS unter 1400 IT-Entscheidern kam heraus, dass die wesentlichen Anwendungsfelder künstlicher Intelligenz heute in den Bereichen Data Analytics (25 Prozent), Business Intelligence (22 Prozent) und Finanzen (17 Prozent) liegen. Allerdings unterscheiden sich dabei Deutschland, Österreich und Schweiz in einem Punkt deutlich von ihren weltweiten Kollegen: In den drei Ländern steht die Qualitätssicherung mit 22 Prozent an erster Stelle.

Manuell vs. automatisiert

In nahezu allen produzierenden Unternehmen ist die Qualitätssicherung ein fester Bestandteil. Entweder wird diese mit Hilfe verschiedener Inspektoren erledigt oder sie läuft automatisiert ab – beispielsweise mittels klassischer Bilderkennung. Dabei sind fest programmierte Regeln wie etwa Form, Anzahl oder Lage der Objekte entscheidend. Für Erkennungsfehler sorgt es, wenn Licht, Schatten oder Bildhintergründe die Systeme irritieren. Gerade aus diesem Grund erweisen sich die Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von Qualitätssicherung und KI ergeben, für viele Unternehmen als besonders spannend, denn die Fehleranfälligkeit wird minimiert und zugleich sind die Systeme heute finanziell erschwinglicher. Die KI orientiert sich, ähnlich wie der Mensch, an gemeinsamen Merkmalen der Objekte und kann durch maschinelles Lernen vergleichbare Ergebnisse erzielen. Dazu genügt es, ausreichend viele Bilder unterschiedlichen Typs auszuwerten und für die KI zu markieren, wo sich der Fehler im Bild befindet. Sie lernt Muster zu erkennen, mit denen sie die Fehler in Zukunft ohne menschliches Zutun identifizieren kann.

Falsch geklebt

Zu Beginn des Jahres steckten tausende Teslas am chinesischen Zoll fest. Der Grund waren fehlerhafte Kennzeichnungen der Autos. Diese ist Teil des Zulassungsprozesses, der sogenannte Homologation, die sich immer wieder als Nadelöhr erweist, wodurch vielen Automobilherstellern Zeit verloren geht. Das betrifft auch die Aufbringung von Aufklebern, die wichtige Daten zum Fahrzeug enthalten. Wenn diese falsch gesetzt sind, muss oft vieles noch einmal manuell geprüft werden. Gerade im Ausland können so weitere Verzögerungen entstehen. Um das zu vermeiden, hat sich ein Automobilhersteller dazu entschieden, mit KI die Qualitätssicherung innerhalb der Homologation zu optimieren.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Autor:
Firma:

News

Weitere Beiträge

Das könnte Sie auch interessieren

Von Schlaglocherkennung bis Röntgenbild-Analyse: Was KI in der Praxis leisten kann

Bitkom veröffentlicht den Leitfaden ‚Konkrete Anwendungsfälle von Künstlicher Intelligenz & Big-Data in der Industrie‘ und zeigt an zwölf Anwendungsbeispielen, wie künstliche Intelligenz und Big Data in der Industrie eingesetzt werden können. Beim Big-Data.AI Summit am 1. und 2. April in Berlin werden werden branchenübergreifende Strategien, Technologien & Trends sowie Lösungen und gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert.

mehr lesen

Künstliche Intelligenz in Echtzeit

Soll künstliche Intelligenz in industriellen Applikationen zum Einsatz kommen, sind vielfach parallele Rechenprozesse bei kürzesten Reaktionszeiten in Echtzeit von Nöten. Das stellt an Embedded Computer Technologien wie Computer-on-Modules mit AMD Ryzen Embedded V1000 Prozessoren ganz neue Anforderungen.

mehr lesen

Vorausschauende Wartung mit KI

Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Mit künstlicher Intelligenz (KI) sieht das allerdings anders aus: Durch die Analyse von in Echtzeit erfassten Betriebsparameterwerten wird Wartungsbedarf ermittelt, bevor er anfällt. So können Maßnahmen im Voraus geplant und auf ein Minimum reduziert werden. Mitsubishi Electric nutzt hierfür seine KI-Technologie Maisart 1, die ganz einfach per Melfa-SmartPlus-Zusatzkarte am Melfa-Roboter implementiert werden kann.

mehr lesen

Schutz der Privatsphäre und KI in Kommunikationssystemen

Alle zwei Jahre vergeben der VDE, die Deutsche Telekom sowie die Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen den mit 10.000 Euro dotierten Johann-Philipp-Reis-Preis an einen Nachwuchswissenschaftler. Dieses Jahr geht er an Prof. Dr.-Ing. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen und an Dr.-Ing. Jakob Hoydis von den Nokia Bell Labs in Nozay, Frankreich. Die beiden Preisträger teilen sich die Auszeichnung und damit das Preisgeld.

Infor bringt Infor Coleman AI auf den Markt

Infor, Anbieter von branchenspezifischer Business-Software für die Cloud, hat bekanntgegeben, dass die Plattform Infor Coleman AI für Embedded-Machine-Learning-Modelle ab sofort verfügbar ist. Sie bietet die Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Personalisierung, die Unternehmen benötigen, um KI vollständig zu operationalisieren.